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Hafenlethargie

Das Boot liegt nun seit sechs Tagen bewegungslos und sicher in seiner Box im Hafen von Vitte.

Ich komme nicht umhin festzustellen, dass auch mich die Hafenlethargie befallen hat. Sie trifft wohl jeden, der mehrere Tage mit dem Boot auf einem Fleck bleibt.

Zwar beginnen die Tage früh. Schon gegen 7 Uhr herrscht auf den Stegen eine betriebsame Emsigkeit. Meist ist das Ziel das etwa 100 m entfernte Toilettenhäuschen. Doch schon gegen 9 Uhr, wenn die Morgenwärme allmählich ansteigt, bis sie nur mehr Hitze zu nennen ist, wenn das Frühstück vorbei, der Abwasch getan ist, dann kehrt Ruhe ein.

Habe ich mich in den ersten Tagen noch gewundert, dass das Ehepaar von gegenüber von morgens bis abends, Stunde um Stunde im Schatten seines Sonnensegels dalag und las? Habe ich dessen Reglosigkeit mit einer gewissen abschätzigen Überlegenheit belächelt? Mit meinen Plänen im Kopf, das weitläufige kulturelle Angebot der Insel zu nutzen? War ich beim „Singen im Park“, bei literarischen Wanderungen, Lesungen?

Die Radtour zum Leuchtturm bildet wohl den Höhepunkt meiner Aktivität hier auf Hiddensee. Und das auch nur, weil sie Bestandteil des alljährlichen Rituals ist.

Zu sehr lockt das Buch. Und wie viel bequemer ist das Lesen in unmittelbarer Nähe des Kühlschranks statt am Strand auf der zwar nahen aber immerhin gegenüberliegenden Seite der Insel!

Ich habe ein gutes Gewissen dabei: ich bin im Urlaub. Und ich schone meine Haut vor übermäßiger Sonnenbestrahlung.

Genaugenommen bietet mir der Genuss des leckeren Mittagsmahls, das mein Mann mit viel Liebe zubereitet hat, das genau benötigte Maß an Abwechslung.

21.7.10 10:51

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